Das Bild zeigt drei Steinfiguren.
Schachfiguren „Schildbeißer“ 1150-1175 n. Chr., Walrosszahn Isle of Lewis, Äußere Hebriden, Schottland © Britisches Museum, London

Die Ausstellung

Anders als in vielen Büchern und vorherigen Ausstellungen zu den Wikingern geht es bei "Die Wikinger" nicht darum, einen Überblick über sämtliche Aspekte der Wikingerzeit zu geben. Die vier Themen – "Kontakte und Austausch", "Krieg und Eroberung", "Macht und Herrschaft", "Glaube und Ritual" – stellen vielmehr wichtige archäologische Entdeckungen der letzten Zeit und neue Interpretationen früherer Fundstücke in den Vordergrund. Das Herzstück der Ausstellung ist allerdings die Roskilde 6. Sie verbindet die vier Themenbereiche der Ausstellung miteinander. Denn Schiffe waren für die Wikinger nicht nur Transportmittel, sondern in allen Lebensbereichen präsent: in Kunst, Religion, Architektur und Symbolik. In keiner anderen Zeit waren in Skandinavien Schiffe, Seefahrt und Gesellschaft so eng miteinander verknüpft wie in der Wikingerzeit.

Kontakte und Austausch

Der Themenbereich "Kontakt und Austausch" beschäftigt sich mit der Seefahrerkultur: Dank ihres Geschicks als Schiffbauer und Seeleute konnten die Wikinger ein Netzwerk etablieren, das ihnen einen Kultur- und Handelsaustausch über drei Kontinente ermöglichte.
Die Kombination aus Raubzügen, Handel, Eroberung und Besiedlung brachte die Wikinger mit fremden Zivilisationen in Berührung. Es kam zu wirtschaftlichem Austausch, aber auch zu vielschichtigen sozialen Verflechtungen. Der Umgang und Austausch mit Fremden ergab sich also nicht nur durch Eroberungszüge, sondern auch durch die Präsenz von Einwanderern, Missionaren, Händlern und Diplomaten in ihrem Siedlungsgebiet.

Krieg und Eroberung

Der Themenbereich "Krieg und Eroberung" knüpft an die Funktion der Roskilde 6 als Kriegsschiff an. Zu Schiffsgemeinschaften zusammengeschlossen, gingen Krieger auf eine gemeinsame Beutefahrt, die ‚Wiking‘ genannt wurde, um an den Küsten zu plündern und ganze Landstriche zu erobern.
Dieser Themenbereich beleuchtet die Stereotype über die Wikinger jedoch auch kritisch: Weder waren sie außergewöhnlich grausam noch in jeder Schlacht überlegen. Wissenschaftler gehen heute sogar davon aus, dass die Wikingerkrieger nur einen kleinen und nicht einmal besonders repräsentativen Teil der skandinavischen Gesellschaft ausmachten.

Macht und Herrschaft

Im Zentrum des Themenbereiches "Macht und Herrschaft" stehen die Dimensionen der Roskilde 6. Sie ist nicht nur das längste bisher von Archäologen entdeckte Wikingerschiff, sondern gehört auf Grund ihrer Größe und Machart in die vornehmste Klasse der in historischen Quellen beschriebenen Boote. Da für den Bau eines solchen Gefährts erhebliche Ressourcen nötig waren, ist wahrscheinlich, dass es im königlichen Auftrag entstand. "Macht und Herrschaft" beleuchtet auch das Leben der Könige und Herrscher während der Wikingerzeit. So gehörten Monumentalbauten und infrastrukturelle Eingriffe in die Landschaft zu ihrer "Sprache der Macht". Gleichzeitig bezeugen  Überreste imposanter Bauwerke und großer Herrenhöfe das technische Know-How der Wikinger.

Glaube und Ritual

Der Themenbereich "Glaube und Ritual" schließlich stellt weitere Bezüge zur Roskilde 6 her. Boote und Schiffe waren in der Wikingerzeit eng mit der Fahrt ins Jenseits verknüpft – teils in direkter Form von Schiffsbestattungen und Bestattungen innerhalb schiffförmig aufgestellter länglicher Steine, teils in bildlichen Darstellungen oder in Dichtung und Mythen. Bis das Christentum die älteren Glaubensvorstellungen in Skandinavien Anfang des 11. Jahrhunderts allmählich ablöste.
"Glaube und Ritual" erlaubt Einblicke in die Glaubenswelt der Wikinger: Sie war bevölkert von Göttern, Riesen, Zwergen und anderen übernatürlichen Wesen, die verschiedene Naturphänomene verkörperten. Durch Rituale wurde versucht, Einfluss auf die Göttern zu nehmen und in die Zukunft zu blicken. So wurde die sogenannte Hexe von Fyrkat mit Utensilien und Amuletten bestattet, die auf die Ausübung ritueller Handlungen schließen lassen, deren Beschaffenheit sich allerdings der archäologischen Nachweisbarkeit entzieht.

 

 

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